Dresden3

Die Stadt deiner Träume

Dresden ist zu einer von 52 „Zukunftsstädten 2015“ gewählt worden und kann sich dabei seine eigene Zukunft erträumen. Norbert Rost leitet das Projekt Dresden Zukunftsstadt 2030 und möchte die DresdnerInnen diesen Herbst ins Visionieren bringen. Dabei sollen Wegweiser für das Dresden deiner Träume im Jahr 2030 entstehen. Zwei Anregungen zum Losvisionieren stellt Norbert hier vor.

Dieser Beitrag entstand nach einem Entwurf von Norbert Rost.

Dresden – Zukunftsstadt 2030

Solaranlagen, die im Sommer das Duschwasser heizen und Gas für den Winter aufsparen? Gesundes Gemüse, das in Gemeinschaftsgärten und auf Hausdächern gedeiht? Mobilitätshotspots, an denen sich jeder ein Elektroauto leiht?

Wie sieht unsere Stadt der Zukunft aus? Quelle: http://www.dresden.de/media/bilder/zukunftsstadt/Zukunftsstadt_Prozess_Dresden_800.jpg
Wie sieht unsere Stadt der Zukunft aus?
Quelle: http://www.dresden.de/media/bilder/zukunftsstadt/Zukunftsstadt_Prozess_Dresden_800.jpg

Angesichts vielfältiger Herausforderungen – manche sagen auch: Krisen – dürfen derzeit 52 deutsche Städte ganz offiziell Zukunftsvisionen entwickeln. „Zukunftsstadt“ ist ein Forschungsprogramm des Wissenschaftsministeriums (BMBF) und ein Städtewettbewerb, bei dem auch Dresden dabei ist.

Freude bei Bundesforschungsministerin Johanna Wanka und Dresdens Bürgermeister Dirk Hilbert: Dresden ist unter den 52 Kommunen, die für den Wettbewerb „Zukunftsstadt“ des BMBFs ausgewählt wurden. Copyright: BMBF/Wissenschaftsjahr 2015
Freude bei Bundesforschungsministerin Johanna Wanka und Dresdens Bürgermeister Dirk Hilbert: Dresden ist unter den 52 Kommunen, die für den Wettbewerb „Zukunftsstadt“ des BMBFs ausgewählt wurden. Copyright: BMBF/Wissenschaftsjahr 2015

Visionsfindung

Im Herbst 2015 sollen Veranstaltungen Raum bieten, damit DresdnerInnen sich treffen und Visionen einer nachhaltigeren Stadt nach 2030 erdenken. Aber: Wie kommt man zu solchen Stadt-Visionen? Visionäres Vorausdenken ist in einer Kultur schwierig, die den Spruch des früheren Bundeskanzlers Schmidt verinnerlicht zu haben scheint…

„Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen.“ Helmut Schmidt

Visionen sind Traumbilder, Zukunftsvorstellungen, Erscheinungen. Eine der bekanntesten neuzeitlichen Visionen hat der Bürgerrechtler Martin Luther King formuliert, als er das Ende der Rassentrennung und das friedliche Zusammenleben aller Menschen Nordamerikas als Traum formulierte. In plastischen Bildern schilderte er 1963 in Washington D.C. sein Bild, das ihm vor Augen stand, wenn er an eine menschliche Gesellschaft dachte, unterfüttert von den schlichten Worten:

„I have a dream“. Martin L. King

Visionen entstehen aus Kritik am Bestehenden oder aus unseren Wünschen für die Zukunft. Eine meiner Visionen für unsere Stadt ist, dass wir uns bemühen, aus der Kritik heraus auch Lösungen formulieren, ganz nach dem Motto des Hamburger Musikers Knarf Rellöm.

„Ihr seid immer nur dagegen, macht doch mal bessere Vorschläge“. Knarf Rellöm

Ganz bestimmt gibt es in Dresden viele Köpfe und Herzen, in denen Träume einer nachhaltigeren Stadt kreisen. Im Herbst 2015 ist es an der Zeit, diese Träume auszusprechen und sie mit anderen zu teilen. Gemeinsam wollen wir unsere Träume lebhaft ausmalen und sie so zu attraktiven Visionen werden lassen, die wie selbsterfüllende Prophezeiungen unsere Stadt verwandeln können. Zusammentragen wollen wir gemeinsam unsere Zukunftsvisionen

  • in einer Zukunftsstraßenbahn im September,
  • bei Zukunftsspinnereien im Oktober und
  • bei einer großen Zukunftskonferenz am Jahresende.
Vorschlag zum Visionierungsprozess im Herbst 2015 in Dresden Quelle: http://www.dresden.de/media/bilder/zukunftsstadt/Zukunftsstadt_Phase_01_Dresden_800.jpg
Vorschlag zum Visionierungsprozess im Herbst 2015 in Dresden
Quelle: http://www.dresden.de/media/bilder/zukunftsstadt/Zukunftsstadt_Phase_01_Dresden_800.jpg

Zukunfts-Vorbilder

Das Wort Vision hat seinen Ursprung im lateinischen „videre“, was „sehen“ bedeutet. Das können wir wörtlich nehmen: Um lebenswerte Zukünfte zu erdenken hilft es, sich nach Vor-Bildern umzuschauen. Vor-Bilder können eine Seh-Hilfe sein: Statt gleich etwas völlig Neues, zuvor Ungesehenes zu visionieren, kann der Anfang einer Vision darin bestehen, wünschenswerte Vor-Bilder zu sammeln. Ein Vorbilder-Album zeigt, was anderswo ausprobiert wird und wirkt inspirierend.

Ich lade hiermit alle Dresdner und Freunde Dresdens ein: Wenn ihr etwas seht, im Urlaub, im Internet oder sonstwo, was ihr gern im Dresden der Zukunft sehen würdet, dann zeigt es uns!

Stellt eure Fotos oder Links online auf Facebook, Twitter, Tumblr usw. und verseht sie mit dem Schlüsselzeichen (=“Hashtag“) #DDZu2030

#DDZu2030
Nutze #DDZu2030 bei Facebook, Twitter, Tumblr usw.

Unter diesem Hashtag können wir alle unsere erwünschten Vorbilder in das gleiche Fotoalbum kleben und zusammen anschauen.

Untertitel der Zukunft

Neues entsteht, wenn man Bekanntes neu kombiniert. Um uns unsere Zukunftsstadt Dresden vorstellen zu können, kann es helfen, wenn wir Projekte und Herangehensweisen von anderswo auf Dresden anwenden.

Wer eine Idee eines nachhaltigen Dresdens 2030 hat, kann diese in wenige Worte fassen, die als Untertitel für Dresden nach 2030 funktionieren sollen.

Zum Beispiel:

  • Dresden – Stadt der kurzen Wege,
  • Dresden – verbrennungsmotorfreie Stadt,
  • Dresden – Tal der Bürgerwissenschaft usw.

Der nächste Schritt könnte sein, eine Liste von Eigenschaften oder Projekten anzulegen, die diesen Untertitel mit Leben füllen. Oder gleich eine Skizze zu machen und das, was man von dieser Zukunftsstadt „vor dem inneren Auge sieht“, aufzuzeichnen. Skizzen können später in bunten Farben ausgemalt werden oder um Details angereichert und so „plastischer“ gemacht werden. Auch Zukunftsbilder unterliegen einem Entwicklungsprozess, bei dem sie von der groben ersten Idee hin zur Umsetzung verfeinert werden.

Zweiter und dritter Schritt

Diese Verfeinerung will auch das BMBF nachvollziehen. Nach der Visionsfindung in Phase I des Zukunftsstadt-Projekts dürfen 20 von 52 Städten in Phase II einen Umsetzungsplan ab 2016 entwickeln und 8 dieser Städte bekommen Forschungsgeld, um in Phase III die Pläne bis 2018 zu verwirklichen.

Auch wenn es erklärtes Ziel ist, Dresden bis zur Phase III zu führen, könnten lebendige Zukunftsvisionen eines nachhaltigen Dresdens nach 2030 auch ohne BMBF-Geld Realität werden: Wenn wir Dresdner sie so attraktiv finden, dass wir es einfach selbermachen.

Der erste Schritt dahin: Zukunftsbilder erträumen, Traumbilder zeichnen, miteinander reden. Ab sofort, hier in Dresden.

Mehr Infos unter www.dresden.de/zukunftsstadt

2 Gedanken zu „Die Stadt deiner Träume“

  1. Wer Städte gesehen hat, die zu großen Teilen autofrei sind, wünscht sich das für seine Heimatstadt; auch wenn es harte Arbeit wird ?

    1. Hast du ein BILD dazu oder einen Absatz, den du zusammen mit dem Hasttag #DDZu2030 in eine Social-Media-Plattform (Facebook & Co.) „werfen“ kannst? Dann lass uns so mal Zukunftsvisionen sammeln…

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