Perspective Daily – Einmal mit Aussicht, bitte!

Die Pessimisten haben vollkommen recht. Zu zirka 50 Prozent. Ernst Ferstl

Perspective Daily, das neue Online-Magazin einer Gruppe von visionären Menschen geht Ende Mai online. Das Medieninteresse an der Idee und der erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne für eine konstruktive Berichterstattung ist  ungebrochen groß. Aktuell haben sich knapp 13.500 Menschen schon vor Redaktionsbeginn ein Jahres-Abo für 42 € besorgt und damit das Online-Magazin finanziell erst ermöglicht. Worum geht es der Gruppe ambitionierter Menschen?

Wie kann es weitergehen?

Die MacherInnen von Perspective Daily sind der Überzeugung, dass Medien mehr tun sollten als hauptsächlich Skandale zu (re)produzieren, Einzelereignisse außerhalb ihres Zusammenhangs zu betrachten und Angst und Misstrauen zu verbreiten. Sie wollen von Werbung und damit verbundenen Wirtschaftsinteressen unabhängig  sein und nicht mit reißerischen Schlagzeilen um die Aufmerksamkeit ihrer Leserschaft buhlen müssen.

Perspective Daily möchte komplexe Probleme sachlich, fundiert und aus vielen Perspektiven betrachten helfen und die gemeinschaftliche Suche nach Lösungen ermöglichen.

Dabei wollen sie weder die Optimisten, noch die Pessimisten glücklich machen, sondern sowohl positive als auch negative Entwicklungen ohne emotionale Übertreibung darstellen.

Sie wollen z.T. wenig bekannte und möglichst wissenschaftlich geprüfte Lösungsansätze für aktuelle Fragestellungen einer breiteren Öffentlichkeit zur Diskussion stellen und die Frage stellen „Wie kann es weitergehen?“.

Themenübergreifendes Verstehen

Bei Perspective Daily wird es nicht wie in den meisten anderen Medien eine Unterteilung in Bereiche wie Wirtschaft, Politik und Lokales geben. Die Beiträge werden stattdessen inhaltlich sortiert. Die MacherInnen sind davon überzeugt, dass wirtschaftliche, soziale, kulturelle, politische und umweltrelevante Aspekte eines Themas nicht  voneinander getrennt betrachtet werden können. Komplexe Zusammenhänge lassen sich nur im Zusammenhang verstehen. Nur dann können wirklich sinnvolle Lösungen diskutiert, ausprobiert und angepasst werden.

Die für das Magazin berufenen AutorInnen sind SpezialistInnen für bestimmte Themen und werden mit Forschungseinrichtungen, Organisationen und anderen Fachmenschen zusammen an den Beiträgen arbeiten.

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Konstruktiver Journalismus

Was konstruktiver Journalismus bedeutet, haben die MacherInnen von bei Perspective Daily erstmal ausgiebig bei  verwandten Medienprojekten wie De Correspondent aus den Niederlanden oder den seit 1993 bestehenden Positive News in Großbritannien recherchiert.

Für sie kristallisierten für sich dabei sechs Aspekte heraus, die konstruktiven Journalismus ausmachen.

Kon|struk|tiv: Zukunftsorientiert, Lösungsorientiert, keine vorgefertigten Lösungen, empirische Basis, Ursachenforschung, Zustände sind änderbar

So möchte Perspective Daily zukunftsorientiert sein und neben dem gegenwärtigen Zustand auch nach Plänen und Visionen für die Zukunft suchen. Denn die häufigen Fragen „Was kann man da machen?“ oder „Was jetzt?“, die sich Leser oft stellen, werden bisher nur selten von Journalisten vorgebracht.

Neben dem möglichst umfassenden Verstehen der vor uns liegenden Herausforderungen will konstruktiver Journalismus vor allem lösungsorientiert sein. Statt nur die Probleme zu wälzen sollen mögliche Ansätze zur Milderung, Lösung und Vermeidung von Problemen diskutiert werden. Dabei möchte Perspektive Daily in vielen Ecken nach Ansatzpunkten suchen, von Forschungsinstituten über andere Länder und Kulturen bis hin zu einzelnen Menschen, die für sich Lösungen gefunden haben.

Doch bei den meisten Problemen existieren keine fertigen Lösungen. Daher geht es bei konstruktivem Journalismus nicht um das Servieren von vorgefertigten oder gar als allgemeingültig dargestellten Einzellösungen. Perspective Daily möchte eher die richtigen Fragen stellen und neue Perspektiven austesten, um so einen Schritt in Richtung möglicher Lösungen zu gehen. Der Weg dorthin führt über konstruktive Diskussionen und Weiterentwicklungen. Kritik ist ein wesentlicher Bestandteil dieses Prozesses. Sie möchten ihre Leser aus der Komfortzone locken und sie dazu bringen, gemeinsam mit anderen Experten über den eigenen Tellerrand hinaus zu blicken. Auch diesen Entstehungsprozess und das gelegentliche Scheitern von Lösungen möchte Perspective Daily transparent machen. Dem Diskurs soll dabei eine wertschätzende und sachliche Kommunikations-Kultur zugrundeliegen.

Die diskutierten Lösungsansätze sollten dabei möglichst eine wissenschaftliche Basis, bestehend aus empirische Studien haben und damit auch überprüfbar sein. Wie sonst können die fundierten Lösungen von den fiktiven Lösungen unterschieden werden?  Statt unqualifizierte Werbung für Einzellösungen werden Ergebnisse aus Forschung und gesellschafts-wissenschaftlichen Studien sowie Erfahrungsberichte mit einbezogen. Aber auch wenn keine oder zweifelhafte Daten für eine Sachlage vorliegen, wird das von den AutorInnen transparent gemacht und erklärt.

Konstruktiver Journalismus bedeutet aber auch nicht, dass Probleme, Katastrophen und Versagen nicht thematisiert werden. Aber anstatt nur die Symptome aktueller Problemlagen zu beschreiben und „Schuldige“ zu suchen wird auch Ursachenforschung betrieben und die Frage  nach dem „Warum?“ hinter den Problemen gestellt.

Der sechste – und ich finde ziemlich zentrale Aspekt – des konstruktive Journalismus ist die Botschaft, dass Zustände änderbar sind. Durch das permanente Aufzeigen und Durchleben von ausweglosen Situationen in den Massenmedien und im realen Leben wird den Menschen jede eigene  Antriebskraft genommen. Er verfällt in einen Zustand gelernter Hilflosigkeit. Medien wie Perspective Daily möchten das mit Mitteln der positiven Psychologie vermeiden. Sie möchten persönliche und gesellschaftliche Herausforderungen nicht als alternativlose Tatsachen darstellen, sondern als temporäre, sich verändernde und vor allem formbare Zustände. Dadurch können Menschen wieder persönliche Handlungsbereitschaft entwickeln und selbstbestimmt Verantwortung übernehmen.

Realistischer Humanismus?

Wir wollen nicht die Welt retten, denn die lebt auch ohne uns weiter. Das hat sie schon des Öfteren bewiesen.

Aus den Werten von Perspective Daily

Mir – und ich glaube den meisten Aktiven für einen nachhaltigen Wandel – ist tief im Inneren klar, dass es uns nicht vordergründig um den Erhalt des Planeten Erde geht. Denn die Erde kann auch gut ohne uns existieren und wird sich mit oder ohne uns immer in ein für sie stabiles Gleichgewicht einpendeln können. Ob uns dieses neue Gleichgewicht dann noch ein Leben auf unserem Heimatplaneten ermöglicht, ist der Erde ziemlich egal.

Das sehen die MacherInnen von Perspective Daily ähnlich. Ihnen geht es daher eher darum, die Möglichkeit einer sicheren und lebenswerten Zukunft für uns Menschen auf der Erde aufzuzeigen. Durch kritische und konstruktive Berichterstattung möchten sie ihren Beitrag dazu leisten. Perspective_Daily_Logo_gelb_GuideIch finde, dass die sachlich fundierte Bereitstellung von Informationen und der Zusammenschluss vieler Erfahrungen, Er-Forschungen und der kollektiven Intelligenz ein guter Startpunkt ist, um nach Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit zu suchen. Ich bin sehr gespannt auf die Beiträge und wie sich innerhalb der Leserschaft eine Diskussion-Kultur entwickeln wird.

Hier schon mal eine Kostprobe zum warm lesen bis Ende Mai: „Ignorieren wir Probleme oder ignorieren wir Fortschritt?

Was meint ihr?

 

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