Rosenwerk Ideenskizze Layout. Photo: Paul Breiter

Selbstmachkulturförderung – Das Rosenwerk

Seit 01. Januar 2015 gibt es einen neuen Makerspace im Dresdner Westen. Verschiedene lokale Initiativen, Künstler und Kreative zeichnen eine neue, gemeinsame Vision: Das Rosenwerk. Die Eröffnung ist für das zweite Wochenende im Mai geplant.

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Gemeinsam visionieren

Eine Pause kann man kreativ nutzen. Um dann mit neuem Elan neue Möglichkeiten anzugehen. Der Werk.Stadt.Laden in Dresden Löbtau sah sich u.a. durch die schwierige Raumsituation für gemeinnützige Projekte in Dresden seit Herbst 2014 genötigt, eine Pause einzulegen. Um Entstandenes zu betrachten. Um Möglichkeiten neu zu denken. Anfang dieses Jahres gab es dafür beeindruckende Neuigkeiten. Eine neue Vision war geboren: Das Rosenwerk.

Der Werk.Stadt.Laden bezieht zusammen mit dem FabLabDresden eine ca. 350m² große ehemalige Industrieimmobilie im Dresdner Westen. Gefunden wurden die neuen Räume mit Hilfe der Kreativraumegentur, ein Unternehmen welches zwischen Kreativbranche und Immobilienwirtschaft vermittelt.

“Die Angebote an Ressourcen wie z.B. Siebdruck, Lasercutten und 3D-Druck verbunden mit den experimentellen Freiräumen, die der Konglomerat e.V. in die Nutzungskonzeption der Immobilie im Jagdweg einbringt, stellt einen enormen Mehrwert für die Vereinsmitglieder, aber auch für die übrigen Mieter des Hauses, insbesondere Künstler und somit auch für den Eigentümer dar.” Zitat Torsten Rommel von der Kreativraumagentur 

Lage Ecke Rosenstraße und Jagdweg
Lage Ecke Rosenstraße und Jagdweg. Photo: Google Maps

Als rechtlicher Trägerverein dient der Konglomerat e.V. , der sich bereits im Juni 2012 zur Förderung von Kunst, Kultur und Bildung gründete. Kreative und Künstler tragen die Vision mit und sind von Anfang an dabei, wie die Künstlerin Ina Weise (28).

„Wir haben hier ein neues kreatives Zuhause gefunden und möchten gemeinsam ein Zentrum der Selbstmachkultur in Dresden aufbauen.“ Zitat Ina Weise

Lage des Rosenwerkes in der Stadt. Photo: Google Maps
Lage des Rosenwerkes in der Stadt. Photo: Google Maps

Werkzeugkasten zum Selbermachen

Das Rosenwerk möchte allen Kreativen, Machern und Macherinnen die Möglichkeit zum freien Arbeiten und Gestalten bieten, ohne dass sich jeder einzeln alle Werkzeuge und Geräte dafür leisten muss. Effizentes Nutzen von Zeit, Raum und Material ist das Ziel. Bis zur feierlichen Eröffnung mit Programm vom 08. bis 10. Mai 2015 will der Verein alle Werkbereiche in ihrer Basisfunktion etabliert haben.

Der Werk.Stadt.Laden bastelt an

  • Einer neu eingerichteten Holz- und Siebdruckwerkstatt
  • Einer analogen Foto- und Filmecke
  • Einer neuen Digitaldruckwerkstatt mit Großformatfotodrucker und Schneideplotter
  • Einem großen Workshopbereich und Computerarbeitsplätzen.
Einrichtung der Holzwerkstatt im Rosenwerk
Einrichtung der Holzwerkstatt im Rosenwerk. Photo: Matthias Röder

Das FabLabDresden findet nach mehreren Gastaufenthalten in Dresdner Institutionen im Rosenwerk u.a. ein neues Heim für

  • Einen Laserschneider,
  • Einen 3D-Drucker und
  • Einen Elektronikbereich in dem u.a. das experimentieren mit der Physical-Computing-Plattform Arduino möglich ist.
Layout des Rosenwerks. Photo: Paul Breiter
Layout des Rosenwerks. Photo: Paul Breiter

Ein stetiges Büro im Rosenwerk möchte die organisatorische Struktur am Laufen halten. Vereinsmitglieder können für 30,- Euro im Monat diese Geräte und die Werkstätten nutzen.

„Unser Ziel ist eine zentrale und offene Produktionsinfrastruktur, in der jeder seine Ideen einfließen lassen kann. Mit der neuen Selbstmachbasis möchten wir alle aufgeschlossenen Menschen befähigen ihren umliegenden Stadtraum zum Besseren zu gestalten.“ Zitat Bettina Weber

Gemeinschaft verbindet

Neben den technischen Geräten möchte sich das Rosenwerk als Ort der Vernetzung von Menschen, Ideen und Fähigkeiten entwickeln. In einer angeschlossen Bibliothek kann sich jeder über Praktiken des Selbermachens informieren. Eine Theke, die Teeküche, eine Lounge und die eine oder andere Party sollen die Macher und Macherinnen zusammenbringen. Damit sie Netzwerke bilden, Ideen zusammen entwickeln, voneinander lernen und sich dabei unterstützen, gemeinsame Projekte zu verwirklichen. Vorstandsmitglied Matthias Röder ergänzt:

„Die Werkstätten sind in diesem Sinn nicht bloßer Selbstzweck, sondern vielmehr ein Mittel der Selbstermächtigung und Hort für sinnstiftende Eigenarbeit“ Zitat Matthias Röder

Sprung ins kalte Wasser

Auch wenn die Finanzierung des Rosenwerkes noch nicht langfristig gesichert ist, wagte der Verein den Sprung ins kalte Wasser und mietete die Werkstatträume in Vorleistung an. Die Mitglieder gingen dieses Risiko ein, weil schon viele Projekte an den fehlenden Freiräumen in Dresden gescheitert sind. Die Freiräume im Rosenwerk sind nun erstmal gesichert. Und die Verantwortlichen vertrauen auf den Rückhalt der Dresdner Kreativen. Sie suchen nun nach mehr Menschen und MacherInnen, um das neue kreative Zentrum Dresdens mit Leben zu füllen und um das Rosenwerk nachhaltig betreiben zu können.

Das sehr professionelle dargestellte Konzept des Rosenwerks ist hier zu finden. Mitglied und aktiv werden kann man hier.

3 Gedanken zu „Selbstmachkulturförderung – Das Rosenwerk“

  1. Friedrichstadt meets Löbtau im neuen Rosenwerk. Damit dürfte ja wohl klar sein, wo der neue kulturkreative Stadt-Teil in Dresden heranwächst.

    Schöner Artikel. Eine Übersichtskarte wäre noch hilfreich: Wo liegt Rosenstraße/Ecke Jagdweg?

    1. Auf jeden Fall, im Westen der Stadt bewegt sich einiges. Ich hab noch eine Übersichtskarte hinzugefügt. Am Wochenende des 1. Mai wird das Rosenwerk eröffnet, spannend!

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