Alternativen zu Plastik

Dass Plastik schlecht für die Umwelt ist, hat sich schon lange rumgesprochen. Viele versuchen Plastikmüll, wie Plastikflaschen und Plastikbeutel zu vermeiden und greifen auf Jutebeutel und Glasflaschen zurück. Doch der Einsatz von Plastik im täglichen Leben geht weit über die oben genannten Produkte hinaus. Gefrierbeutel, Plastikdosen, Verpackungsmaterial, Klarsichtfolien, Waschmittelpackungen, Joghurtbecher und vieles mehr befinden sich im täglichen Einsatz und sollten ebenfalls vermieden oder zumindest reduziert werden. Doch welche Alternativen zu Plastik gibt es und wie können sie eingesetzt werden?

Glas statt Plastik

Auf Plastikflaschen zu verzichten und stattdessen wieder befüllbare Glasflaschen zu nutzen, ist nicht neu. Doch nun beginnen auch Unternehmen umzudenken und setzen vermehrt auf Glas. In Deutschland werden stündlich zwei Millionen Einweg-Plastikflaschen verbraucht, hat eine Umfrage der Deutschen Umwelthilfe ergeben. Damit liegt Deutschland europaweit an der Spitze bei der Produktion von Verpackungsmüll.

Es ist ganz einfach beim Trinken auf Plastikmüll zu verzichten, denn die Qualität des deutschen Leitungswassers ist hervorragend und spart so manches Sprudelwasser. Wer unbedingt Kohlensäure benötigt, kann sich auch einen Wassersprudler anschaffen und erspart sich ebenfalls das lästige Schleppen von Getränkeflaschen.

Doch nicht nur Plastikflaschen sorgen für ein überdurchschnittlich hohes Plastikmüllaufkommen. Auch die allseits beliebten Strohhalme benötigen bis zur vollständigen Zersetzung 350 bis 400 Jahre. Hier geht der Trend neben den Papierhalmen zu wiederverwertbaren Glashalmen, die gereinigt und wieder verwendet werden können.

Zu viel Verpackung

Beim Einkauf im Supermarkt wird jedes Stück Obst oder Gemüse oft noch zusätzlich in einen Plastikbeutel verpackt. Oder das Obst ist verpackt fix und fertig in Plastik gehüllt und lädt den Kunden zum Einkaufen ein. Doch geschnittenes Obst in Plastikschalen, Gurken in eingeschweißter Plastikfolie muten an, als wäre der Kunde zu faul, um Obst selbst zu schälen, zu schneiden oder zu wachen. Nicht viel besser sieht es in der Kühlvitrine aus, wo sich ein Plastik-Joghurtbecher an den anderen reiht.

Deutschland hat einen Gesetzesentwurf auf den Weg gebracht, mit dem die Plastikbeutel im Supermarkt in diesem Jahr verboten werden sollen. In Frankreich wird dies schon seit dem Jahr 2017 erfolgreich praktiziert und dieses Jahr sollen Einwegbesteck und Plastikgeschirr von der Bildfläche verschwinden. Wer sich dem Plastik-Unsinn nicht mehr beugen möchte, kauft am besten in den Unverpackt-Läden ein, von denen es deutschlandweit immer mehr gibt. Hier kann jeder seine Produkte unverpackt – ohne Plastikmüll – erhalten und einfach in seinem Jutebeutel packen und nach Hause tragen.

Zu viel Verpackung
Zu viel Verpackung

Umstrittene Alternativen

Eine umstrittene Alternativen zu Plastikbeutel sind Tüten aus dem Bio-Kunststoff PLA, der beim Abbau länger benötigt als herkömmlicher Bio-Abfall. Auch die Herstellung dieser Beutel ist umstritten, denn er Mais, der für die Produktion benötigt wird, wird oft durch Gentechnik oder mit Pestiziden gewonnen.

Alle, die meinen, dass man mit einem Jutebeutel nichts falsch machen kann, sei gesagt, dass diese Baumwolle, aus denen die Taschen bestehen, einen riesigen Wasser- und Pestizideinsatz beim Anbau benötigen. So kommt es zu einer Energieverschwendung und einer Überdüngung und Übersäuerung der Böden. Dennoch sind Jute- und Baumwollbeutel viel besser als Plastik, das sie etwa 100 Mal verwendet werden können, stabil und recycelbar sind.