Repair Cafes – reparieren statt wegwerfen

Der Toaster-Auswurf hängt, beim Fahrrad ist die Kette rausgesprungen, bei der Jeans ist der Reißverschluss gerissen oder bei der Lieblingskanne ist der Henkel abgebrochen: Zeit etwas Neues zu kaufen? Nein, denn es gibt bundesweit Repair-Cafes, die dafür sorgen, dass Geräte und Kleidung repariert und dann weiter verwendet können. Gegen Konsumrausch und gegen die Wegwerfgesellschaft setzen sich derzeit viele Menschen ein und die Repair-Cafes tragen dazu ihren Anteil bei.

Das erste Repair-Cafe öffnete im Jahr 2009 in Amsterdam seine Pforten. Ein Jahr später wurde die Repair Café Foundation gegründet, die sich bis heute dafür einsetzt, lokale Gruppen weltweit bei der Gründung von Repair-Cafes zu unterstützen. Gab es im März 2016 weltweit 1.000 dieser Anlaufstellen – 39 davon in Deutschland – so hat sich diese Zahl bis heute verdoppelt.

Müll vermeiden und Do-It-Yourself

Sinn der Repair-Cafes ist es Müll zu vermeiden und Geräte mit kleinen Schäden wieder instand zusetzen. Diese Arbeit wird von freiwilligen Helfern erledigt, die mit Geschick und Leidenschaft daran gehen, dem kaputten Teil wieder neues Leben einzuhauchen. Auf diese Weise kann nicht nur Müll vermieden werden, auch die Kosten halten sich in Grenzen und der soziale Aspekt kommt dabei ebenfalls nicht zu kurz.

Müll vermeiden und Do-It-Yourself

Repariert werden können viele Geräte, deren Reparatur nicht zu lange in Anspruch nimmt. So wird ein streikender Föhn oder ein kaputter Toaster in rascher Geschwindigkeit wieder fit gemacht und man erspart sich Kosten. Bei kleinen Schäden kann man direkt bei einem Kaffee auf die Instandsetzung warten und sich mit anderen Besuchern unterhalten. So wird nicht nur das Gerät repariert, sondern man lernt auch neue Leute kennen.

Müll vermeiden und Do-It-Yourself
Müll vermeiden und Do-It-Yourself

Wer geschickt ist und gerne selbst bei der Reparatur Hand anlegen will, kann dies selbstverständlich in den Reparatur-Cafes unter fachkundiger Anleitung tun. Reparatur-Werkzeuge sind in den Geschäften vorhanden und dürfen von allen genutzt werden. Wer in sich einen kleinen Handwerker entdeckt, darf sich hier also frei entfalten.

Eigene Lokale oder temporäre Cafes

Oft werden die Repair-Cafes, die keine eigenen Geschäftslokale haben, auch temporär in Gemeinde- oder Kulturzentren untergebracht. So öffnen sie an bestimmten Tagen und zu gewissen Zeiten ihre Pforten und freuen sich über neue Besucher. Repair-Cafes versuchen das Denken der Menschen in positiver Weise zu beeinflussen, sei es für Abfallvermeidung oder gegen Verschwendung. Nicht jedes Kleidungsstück, das ein kleines Loch aufweist, muss sofort weggeschmissen werden. Auch wenn man es selbst nicht schafft, den Makel zu beheben, finden sich in den Cafes hilfsbereite Menschen, die dem getragenen Lieblingsteil neues Leben einhauchen.

Auf diese Weise erhalten Alltagsgegenständige und eine längere Nutzungs- und Lebensdauer und auch dem Umweltschutz ist Genüge getan. Teure Neuanschaffungen kann man getrost auf später verschieben und man hat zur Reduktion des Abfalls beigetragen. Die Repair-Cafes weltweit sehen sich als Initiative gegen das Wegwerfen, kein Wunder also, dass diese Lokale in einer Zeit des Umdenkens wie Pilze aus dem Boden schießen. Und sollte das Teil doch nicht mehr zu reparieren sein, hat man es zumindest versucht und vielleicht ein paar neue Freunde gefunden.